DenkMal!

2020 – Wenn ich mir bewusst mache, was ich Gutes mitnehme aus diesem Jahr, ist es: Das ich meine Frau heiraten durfte. Dass ich in diesem Jahr mit Menschen viel offener über Sorgen gesprochen habe, über Einsamkeit, Überforderung. Gefühle wie Angst, Trauer und Wut. Dabei habe ich festgestellt, dass ich nach wie vor ein sehr emotionaler Mensch bin. Voller Spontanität und Impulsivität. Diese Emotionen habe ich in den letzten Jahren deckeln können. Aufgrund des auferlegten Ausnahmejahres sind aber wieder vergessene und längst erledigt geglaubte Eruptionen an der Oberfläche erschienen.

Das hat manchmal zu Irritationen, Verunsicherungen und Hilflosigkeit geführt. Auch zum Erkennen von Verletzungen, die mit Schorf überdeckt waren oder die schon ganz verheilt schienen. Nicht aufzugeben, habe ich sehr bewusst erlebt. Deutlich erkannt, dass nur Gespräche klären können. Schweigen macht keinen Sinn. Dieses führt nur weiterhin in die Sprachlosigkeit. Vergebung ist notwendig. Miteinander reden. Die geführten Gespräche haben geholfen, Klärungen, Ausrichtungen und Wege zu finden und neue Richtungen festzulegen.

Das hat uns noch näher gebracht. Ich bin tatsächlich noch geduldiger geworden, habe ganz bewusst das Abwarten, Ausharren und die Geduld gelernt. Ich bin dankbar dafür, dass ich leben darf, sehr wertvolle Menschen um mich herum habe und auch für (fast) alle Menschen Verständnis habe. Dass ich mich aber auch ganz bewusst von Menschen getrennt habe, trennen musste – zum Schutz. Und zur Klarheit. Ich erkenne, was mir guttut und was wirkliche Krafträuber sind. Das ich loslassen muss und kann. Für mich war und ist das vergangene Jahr ein Jahr der intensiven Lehre und des täglichen Lernens. Es hat sehr viel Energie gekostet, aber auch gleichzeitig Energie gegeben. Energie auch zu einem ganz bewussten Wechsel der Prioritäten, einer Prüfung meiner Werte und dem wirklich bewussten Erkennen und Auseinandersetzen mit der Endlichkeit meines Lebens.

Danke dafür.

JL 15.12.2020

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